Eine Bilanz für das Klima

Wie entwickelt sich der Energieverbrauch in Metzingen? Und wo entstehen die meisten Emissionen?

Die Treibhausgasbilanz zeigt, wo wir heute stehen und wo angesetzt werden kann, damit Metzingen auch in Zukunft cool bleibt.

Warum braucht es eine Treibhausgasbilanz?

Die Treibhausgasbilanz zeigt, wie viel Energie in Metzingen verbraucht wird und wo Emissionen entstehen. Sie schafft Transparenz und bildet die Grundlage für gezielte Maßnahmen.

Gleichzeitig dient sie als wichtiges Instrument, um Entwicklungen sichtbar zu machen und Fortschritte regelmäßig zu überprüfen.

Die Entwicklung in Metzingen steht in Zusammenhang mit übergeordneten Zielen:

  • Europäische Union: Klimaneutral bis 2050

  • Deutschland: Klimaneutral bis 2045

  • Baden-Württemberg: Klimaneutral bis 2040

Daraus leitet sich das Ziel für Metzingen ab: eine klimaneutrale Gesamtstadt.

Die Stadt hat 2016 in Folge des Pariser Klimaabkommens ein Klimaschutzkonzept mit Bürgergutachten „Metzingen will 2!“ verabschiedet. Dies gilt als Startzeichen für den aktiven kommunalen Klimaschutz der Stadt Metzingen und als Basisjahr der THG-Bilanz.

Wie erfolgt die Bilanzierung?

Die Erstellung einer Bilanz folgt einem standardisierten Verfahren, das Daten systematisch sammelt, auswertet und zu Emissionen umrechnet. In die Bilanz fließen Daten zu der Gemarkung Metzingen ein, z. B. Wärmeerzeugung, Stromerzeugung und -bezug und Verkehrsaufkommen.

In Baden-Württemberg wird dazu oft das Tool „BICO2 BW“ genutzt, das auf einheitlichen Regeln basiert – so auch in Metzingen.

Metzingen auf dem Weg

Seit dem Basisjahr 2016 konnten die Treibhausgasemissionen in Metzingen um rund 11,5 % reduziert werden.

Diese Entwicklung zeigt eine erkennbare Trendwende und macht deutlich, dass bereits wichtige Fortschritte erzielt wurden.

Mit aktuell rund 6,6 Tonnen CO₂e pro Einwohner und Jahr (2016: 7,9 Tonnen CO₂e pro Einwohner und Jahr) liegt Metzingen:

  • deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (ca. 8,0 t)

  • leicht über dem Landesdurchschnitt Baden-Württemberg (ca. 5,5 t)

Dies ermöglicht eine realistische Einordnung der lokalen Situation.

Reduktion trotz Wachstum

Die Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da Metzingen im gleichen Zeitraum stark gewachsen ist:

  • steigende Einwohnerzahlen

  • mehr Pendlerinnen und Pendler

  • zunehmende sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze

  • wirtschaftliches Wachstum

Trotz dieser Entwicklungen konnten Emissionen gesenkt werden.

Balkendiagramm: Entwicklung der Emissionen der Stadt Metzingen.

Energie & Verkehr im Überblick

Foto: Altes Haus mit Fachwerk und Turm. Rosa Blüten verschwommen im Vordergrund.

Wärmewende

  • Der absolute Wärmebezug in Metzingen beläuft sich im Jahr 2023 auf 212.564 MWh, dies entspricht einer Reduzierung von 8 % gegenüber 2016 mit 231.116 MWh. Noch stärker fällt die Reduzierung zu 2012 mit bis zu 287.130 MWh aus. 

  • Insgesamt wurde in Metzingen rund 17,8 % des Wärmeverbrauchs lokal erzeugt, u.a. durch Biomasseöfen, Kraftwärmekopplung, Solarthermie usw. Davon beläuft sich der Anteil der erneuerbar erzeugten Wärme in Metzingen auf rund 11,3 %.

  • Die Wärmewende ist ein großer THG-Hebel für Metzingen (aktuell 35 % der THG!). Die Treibhausgase haben sich wärmeseitig jedoch erst um 4,5 % verringert seit 2016.

Foto: Zwei Personen fahren auf zwei Fahrräder auf der Straße.

Verkehrswende

  • Die Emissionen im Bereich Verkehr sind seit 2012 leicht gestiegen. Im Jahr 2023 resultieren rund 145.624 MWh (+3%) an Endenergie und etwa 49.050 t CO2e (+10%) aus dem Bereich Verkehr

  • Verkehr macht knapp ein Drittel an Endenergie in der THG aus.

  • Leichte Zunahme seit 2012/2016.

Foto: Photovoltaikanlage von oben. Grüne Flächen zwischen den einzelnen Anlagen.

Stromwende

  • Die Stromwende ist ein großer THG-Hebel für Metzingen (aktuell 34 % der THG!).

  • Die Treibhausgase haben sich stromseitig seit 2016 bereits um 28 % verringert. Insgesamt werden in Metzingen rund 20,3 % des Strombedarfs vor Ort erzeugt, überwiegend durch Photovoltaik. Davon können etwa 18 % den erneuerbaren Energiequellen zugeordnet werden. Tendenz steigend.

  • Der absolute Strombezug wird im Jahr 2024 auf insgesamt 113.509 MWh beziffert. Dies entspricht einer leichten Reduzierung (-8 %) im Vergleich zum Basisjahr 2016 mit 123.089 MWh.